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Schweizer Bundesgerichtsentscheid (BGE) 131 II 169, 2005

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Auszug aus dem Urteil der 1. öffentlichrechtlichen Abteilung des schweizerischen Bundesgerichtes im Fall Sani Abacha und weitere Beteiligte gegen das Bundesgericht (Verwaltungsgerichtsbeschwerde), vom 7. Februar 2005

Synopsis/Regeste

  • Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 UNO-Pakt II; Art. 59Ziff. 3 StGB; Art. 74a und Art. 80h lit. b IRSG.
  • Derjenige, welcher unter falschem Namen ein Konto eröffnet, ist grundsätzlich nicht zur Beschwerdeführung gegen den Entscheid über die Herausgabe von auf diesem Konto deponierten Guthaben berechtigt; diese Lösung ist mit der in Art. 29 Abs. 1 BV enthaltenen Garantie eines fairen Prozesses vereinbar (E. 2.2).
  • Voraussetzungen der Herausgabe von Guthaben während einem hängigen Strafverfahren im Ausland gemäss Art. 74a Abs. 3 IRSG; Bestätigung der Grundsätze (E. 6).
  • Anwendung im vorliegenden Fall (E. 7).
  • Die Gewinne aus Geschäften, welche unter Ausnutzung von Geldern deliktischen Ursprungs getätigt wurden, sind den unrechtmässigen Vorteilen im Sinn von Art. 74a Abs. 2 lit. b IRSG gleichgestellt (E. 7.3.1).
  • Gelder, die wahrscheinlich aus korrupten, im ersuchenden Staatstrafrechtlich nicht verfolgten Geschäftstätigkeiten stammen, können zumindest im jetzigen Zeitpunkt nicht weitergeleitet werden (E. 7.3.2, 7.4.2, 7.5 und 7.6).
  • Wenn das ausländische Gesuch sich auf die Herausgabe von Geldern bezieht, welche von der Tätigkeit einer kriminellen Organisation herrühren, ist die Regel von Art. 59 Ziff. 3 StGB (einschliesslich der Vermutung gemäss dem zweiten Satz dieser Bestimmung) auf die Herausgabe im Sinn von Art. 74a Abs.3 IRSG anwendbar (E. 9).

(Original in französischer Sprache)

Document Source

Title Schweizer Bundesgerichtsentscheid (BGE) 131 II 169
Issuing body Schweizerisches Bundesgericht
Pub. date Mon, 7 Feb 2005
Website http://www.bger…1954-direct.htm