Source: Tages Anzeiger
Das Liechtensteiner Landgericht hat die Rückzahlung von rund 300 Millionen Franken an Nigeria angeordnet. Die eingefrorenen Gelder gehören Gesellschaften, die im Auftrag des Abacha-Clans gegründet worden sein sollen.
Die nigerianischen Behörden werfen dem früheren Diktator Sani Abacha vor, das Land während seiner Herrschaft von 1993 bis 1998 systematisch ausgeplündert zu haben. Insgesamt soll der Abacha-Clan über zwei Milliarden Dollar ins Ausland verschoben haben.
700 Millionen Dollar, die inzwischen an den nigerianischen Staat zurückflossen, wurden auf Schweizer Konten gefunden, mehrere hundert Millionen Franken gelangten nach Liechtenstein. Die eingefrorenen Gelder liegen auf Konten der Fürstenbank LGT, der VP Bank und der Liechtensteinischen Landesbank.
Gemäss dem vom Landgericht in Vaduz nach zweijährigem Prozess gefällten Urteil müssen sechs Gesellschaften rund 300 Millionen Franken an den nigerianischen Staat zurückzahlen. Gegründet wurden die Firmen gemäss Staatsanwaltschaft im Auftrag von Sani Abacha, um Gelder des Familien-Clans anzulegen.
Verteidigung geht in die Berufung
Abgeschlossen ist der Fall Abacha in Liechtenstein allerdings noch nicht. Die Verteidigung akzeptiert das Urteil nicht und geht in die Berufung vor das Obergericht.
Es könne nicht bewiesen werden, dass Sani Abacha hinter den Gesellschaften stecke, sagte Rechtsanwalt Nicolas Reithner von der Vaduzer Kanzlei Walch und Schurti. Mitinhaber des Anwaltsbüros, das die Verteidigung des Abacha-Clans übernommen hat, ist der führere Regierungsrat Ernst Walch, der im April 2005 nach vier Jahren als liechtensteinischer Aussenminister zurücktrat.
| Title | Rückzahlung von Abacha-Geldern |
| Publisher | Tages Anzeiger |
| Pub. date | Wed, 23 Jul 2008 |
| Website | http://www.tage…aft/915724.html |